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Unbekannte Helden

Die Einzelspielerkampagne von Battlefield V setzt den vergessenen Akteuren des Zweiten Weltkriegs ein Denkmal.

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Mit seinen „Kriegsgeschichten“ möchte Battlefield V Aufmerksamkeit auf Schauplätze und Protagonisten lenken, die im Gedenken an den Zweiten Weltkrieg oft übersehen werden: die Widerstandsbewegung im besetzten Norwegen, die westafrikanischen Soldaten, die für Frankreich ins Feld zogen und die militärischen Geheimorganisationen.

 

Wie schon in Battlefield 1 haben sich die Entwickler dazu entschieden, nicht auf eine durchgehende Einzelspielerkampagne zu fokussieren, sondern den unbekannteren Weltkriegshelden in mehreren, kürzeren Vignetten Respekt zu zollen.

 

EA und DICE legen dabei großen Wert auf Authentizität – so sind zum Beispiel alle Cut-Scenes in den jeweiligen Originalsprachen aufgenommen worden. Wir zeigen dir, was dich in den einzelnen Kriegsgeschichten erwartet und ordnen sie mit interessanten Details in den historischen Kontext ein.

Nordlys

WIDERSTAND IST NIEMALS ZWECKLOS

„Nordlys“ erzählt die Geschichte der jungen Widerstandskämpferin Solveig, die in den verschneiten Wäldern Norwegens ihre Mutter aus den Händen der deutschen Besatzungstruppen befreit – und dabei einem potenziell kriegsentscheidenden Waffenprogramm auf die Spur kommt.

Mit Norwegen hat sich EA einen der interessantesten Schauplätze des Zweiten Weltkriegs ausgesucht. Nicht etwa, weil dort bedeutende Schlachten stattfanden, sondern weil das Land ein beeindruckendes Beispiel dafür ist, wie effektiv ziviler und militärischer Widerstand gegen die Nazi-Besatzung war.

Denn nach dem Überfall der Wehrmacht auf Norwegen am 9. April 1940, dem sogenannten „Unternehmen Weserübung“, begann sich die Zivilbevölkerung sofort gegen die politische Gleichschaltung zu wehren. Das Land besaß wegen seiner Eisenerzvorkommen, dem Zugang zum Atlantik und der hervorragenden Lage für die geplante Invasion der Sowjetunion eine hohe strategische Bedeutung für das Dritte Reich. Doch bestärkt durch die Appelle des ins britische Exil geflüchteten König Hakons VII verschrieben sich große Teile der Bevölkerung dem waffenlosen „Holdningskamp“ (Haltungskampf) und machten der Besatzungsmacht fortan das Leben so schwer, wie es nur ging.

Wer sich selbst zum Widerstand zählte, brachte dies durch geheime Symbole wie rote Wollmützen, Blumen in den Knopflöchern oder Büroklammern an der Kleidung zum Ausdruck. Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten trugen ihren Teil bei: Sportler weigerten sich an von Nazis organisierten Wettbewerben teilzunehmen, Geistliche verurteilten in ihren Predigten die deutsche Rassenpolitik und Angestellte gingen ihrer Arbeit extra langsam nach, um das Regime wirtschaftlich in die Knie zu zwingen.

Obwohl die Nazis die (nicht-jüdische) Zivilbevölkerung aufgrund ihrer vermeintlichen Rassenverwandschaft weitgehend in Ruhe ließ, war offener Widerstand natürlich immer mit hohen Risiken verbunden: Beim großen Lehrerstreik von 1942 wurden knapp 1000 Lehrer festgenommen und teilweise in Konzentrationslager verschleppt.

Vor dem Hintergrund der immer repressiveren Besatzungspolitik der Marionettenregierung um Vidkun Quisling formierte sich daraufhin mit der sogenannten „Milorg“ auch die erste Militärische Widerstandsorganisation: Rund 30.000 Mitglieder verschanzten sich über das gesamte Land verteilt in Hütten und wurden dort mit logistischer Hilfe der Engländer zum Guerilla-Kampf ausgebildet.

Das Ziel der „Gutta på Skauen“ („Waldjungen“): durch Sabotage, Anschläge und Attentate eine permanente Bedrohungssituation gegen die Nazis aufrechtzuerhalten.

Hätte es diese bewaffnete Form des Widerstands nicht gegeben, sähe die Welt heute anders aus – oder würde womöglich gar nicht mehr existieren. Denn am 28. Februar 1943 gelang den Widerstandskämpfern ihr größter Erfolg: In der Operation „Gunnerside“ sprengten sie die Elektrolyseanlage in Vemork in die Luft, in der das für die Atomwaffenproduktion elementare Deuterium produziert wurde. Ohne dieses auch als „schweres Wasser“ bezeichnete Isotop konnte das Dritte Reich keine Atombombe entwickeln.

Tirailleur

FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT?

Amerikanische Ureinwohner beteiligten sich am Sturm auf die Normandie. Brasilianische Soldaten kämpften in Italien gegen die Achsenmächte und indische Kontingente befreiten Burma von den Japanern. Weltkriege werden nicht nur über den gesamten Globus ausgetragen, sondern sie zwingen Menschen auch, an ihnen gänzlich fremden Orten zu kämpfen.

So auch in der zweiten Kriegsgeschichte von Battlefield V: In „Tirailleur“ schlüpft ihr in die Rolle des Senegalesen Deme, der nach Südfrankreich transportiert wird, um seine Schutzmacht und „Heimat“ vor der Nazi-Invasion zu beschützen.

Erst seit Öffnung der französischen Archive in den 1980er Jahren weiß man, wie viele sogenannte Tirailleurs Sénégalaise aus ganz Französisch-Westafrika nach Europa reisten, um an der Seite der Alliierten zu kämpfen: Von 80 französischen Divisionen, die 1940 an der Westfront kämpften, bestanden insgesamt zehn aus Tirailleuren (zu Deutsch etwa „Jäger“). Zu Kriegsbeginn entsprach das rund 100.000 Mann.

Da sie in der Regel nicht lesen konnten, wurden die Männer in ihren tatsächlichen Heimatländern – Senegal, Elfenbeinküste, Mauretanien, Niger, Guinea und Benin – mit Postern und Comicstrips in den Militärdienst gelockt. Die Kolonialmacht versprach ihnen darin gutes Essen, Uniformen und nicht zuletzt unbeschwertes Sightseeing in Paris, wenn sie für Frankreich kämpfen würden. Was die Anwerber ihnen jedoch verschwiegen: Der Krieg war aufgrund der militärischen Überlegenheit der Deutschen im Prinzip schon von Beginn an verloren.

Und so überlebten große Teile der Tirallieure das Jahr 1940 nicht oder sie verbrachten lange Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft. Diese war für dunkelhäutige Insassen eine besondere Tortur. Ihnen setzte nicht nur das ungewohnte kalte Klima in Nordostfrankreich zu, sondern vor allem die rassistische Vorurteile der Wehrmachtssoldaten. Schwarze Soldaten galten in deutschen Augen als besonders brutal und gnadenlos – ein Vorurteil, das sogar von den Franzosen instrumentalisiert wurde, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Hitler hatte die Besetzung des Rheinlandes durch französisch-afrikanische Soldaten nach dem ersten Weltkrieg als „schwarze Schande“ bezeichnet – und viele deutsche Aufseher „rächten“ sich dafür mit Folter und Misshandlung.

Und auch gegen Ende des Krieges blieb den Tirailleuren ihre Anerkennung verwehrt: Obwohl sie 200.000 Mann der freien französischen Armee stellten, die 1944 Paris zurückeroberte, veranlasste Charles de Gaulle, dass ihr Beitrag zeitweise aus den Geschichtsbüchern gelöscht wurde. Der künftige Präsident verordnete, dass ausschließliche weiße Soldaten an den Siegesparaden teilnehmen durften.

Währenddessen warteten zehntausende Tirailleure in Übergangslagern auf die Rückreise in ihre Heimat und ihren ausstehenden Sold.

In den Lagern, wie etwa in Thiaroye oder Morlaix, kam es sogar zu Revolten, die blutig niedergeschlagen wurden. Eine positive Wirkung hatte der Konflikt um Anerkennung doch: Afrikanische Weltkriegsveteranen trugen mit ihrem Aktivismus unter dem Motto „gleiche Verdienste = gleiche Rechte“ in den Nachkriegsjahren entscheidend zur Entkolonialisierung ihrer Länder bei.

Unter keiner Flagge

SPEZIALISTEN AM RUDER

Battlefield V widmet sich in einer weiteren Kriegsgeschichte einer geheimen Spezialeinheit, deren Existenz erst viele Jahre nach dem Krieg enthüllt wurde: dem britischen Special Boat Service (SBS). In „Unter keiner Flagge“ spielt ihr Billy Bridger, einen Glücksritter, der aus einem Londoner Gefängnis geholt wird, um die neu geschaffene Einheit beim Angriff auf einen Flugplatz der Achenmächte in Nordafrika zu unterstützen.

Der SBS wurde aus der Not heraus geboren: Nachdem Deutschland seinen „Blitzkrieg“ begonnen und gemeinsam mit Italien große Teile von Westeuropa und Nordafrika kontrollierte, sah sich Englands Premierminister Winston Churchill zum Handeln gezwungen. Als eine endgültige militärische Niederlage nur durch die Evakuierung von zehntausenden britischen Soldaten aus Dünkirchen abgewendet werden konnte, veranlasste er einen radikalen Strategiewechsel.

Statt direkter Konfrontation, sollten fortan kleine Geheimkommandos das Feindesland infiltrieren und mit gezielten Sabotageaktionen möglichst großen Schaden anrichten. Der Schlüssel dieser Strategie bestand darin, die Häfen, Schienen und Flugplätze entlang der französischen, italienischen und afrikanischen Küsten zu attackieren, da diese als Umschlagplätze wichtige Knotenpunkte für die Achsenmächte darstellten.

Als Reaktion wurde der SBS gegründet, deren Mitglieder in den folgenden Jahren immer nach demselben Muster operierten: Britische U-Boote hielten per Periskop nach deutschen oder italienischen Stellungen an der Küste Ausschau. Wurden sie fündig, tauchte das U-Boot auf und zwei bis drei Mann-Teams paddelten im Schutz der Dunkelheit in ausklappbaren Kanus ans Ufer. Nachdem die Boote versteckt waren, schlichen sich Soldaten heimlich in die Nähe des Feindes und platzierten bis zu 12 Kilogramm schwere Sprengsätze an Schienen, Schiffen oder Flugzeugen. Wenn alles gut ging, paddelten sie anschließend wieder in Richtung U-Boot und detonierten die Sprengung per Fernzünder. „Not by strength, by guile“ (List anstatt Stärke) lautet bis heute das Motto des SBS.

Solche riskanten Manöver zogen eine besonderen Menschenschlag und Soldatentyp an: Einzelgänger, die von befehlstreuen Kameraden misstrauisch beäugt wurden, Exzentriker, die nicht bereit waren, sich der Gruppendisziplin zu unterwerfen und tollkühne Patrioten, die sich freiwillig dafür meldeten, mit einer Sprengladung hinter die feindlichen Linien zu paddeln. Die Mitglieder des SBS waren damit die Antithese zum Rest der Army – doch genau das war der Grund, warum die Spezialeinheit ins Leben gerufen wurde.

Nicht alle der extrem gefährlichen Missionen waren jedoch von Erfolg gekrönt. Am 17. November 1941 beteiligte sich der SBS gemeinsam mit seinem „großen Bruder“ dem SAS (Special Air Service) an der Operation „Crusader“, mit der die Alliierten die deutsche Belagerung der libyschen Stadt Tobruk durchbrechen wollten. Die Männer von SBS und SAS bekamen dabei selbstverständlich die schwerste Aufgabe zugeteilt: Sie sollten die Villa des deutschen Afrikakorps-Führers Erwin Rommel infiltrieren und den „Wüstenfuchs“ töten.

Doch aufgrund eines unvorhersehbaren Wetterumschwungs, einer deutlichen höheren Präsenz von Sicherheitsleuten und diversen Pannen geriet das Manöver zum Fiasko: Rommel überlebte und nur 22 von 60 Missionsmitgliedern schafften es zurück in ihre Lager. Erfolgreicher, aber ebenfalls unter hohen Verlusten verlief Operation „Frankton“:

Unter Leitung der Combined-Operations-Abteilung jagten SBS-Mitglieder große Teile der deutschen Flotte im Hafen von Bordeaux in die Luft.

Obwohl sie durch ihre Sabotagemissionen entscheidenden Anteil am Ausgang des Krieges hatten, mussten die SBS-Mitglieder Jahrzehnte darauf warten, bis ihre Verdienste gewürdigt, bzw. überhaupt zur Kenntnis genommen wurden. Zwischen 1945 und heute war der SBS an allen großen militärischen Konflikten beteiligt – vom Korea- über den Golf- bis hin zum Afghanistan-Krieg. Damals wie heute gilt: Je erfolgreicher die Missionen ablaufen, desto weniger hört man über den Special Boat Service.

Erlebe jetzt die Kriegsgeschichten in Battlefield V gemeinsam mit beliebten YouTubern

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Gehöre zu den ersten an der Front – Battlefield V ist jetzt erhältlich!

Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Redaktion der Ströer Media BRAND VOICE in Zusammenarbeit mit Electronic Arts erstellt.

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Unbekannte Helden

Die Einzelspielerkampagne von Battlefield V setzt den vergessenen Akteuren des Zweiten Weltkriegs ein Denkmal.

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Mit seinen „Kriegsgeschichten“ möchte Battlefield V Aufmerksamkeit auf Schauplätze und Protagonisten lenken, die im Gedenken an den Zweiten Weltkrieg oft übersehen werden: die Widerstandsbewegung im besetzten Norwegen, die westafrikanischen Soldaten, die für Frankreich ins Feld zogen und die militärischen Geheimorganisationen.

Wie schon in Battlefield 1 haben sich die Entwickler dazu entschieden, nicht auf eine durchgehende Einzelspielerkampagne zu fokussieren, sondern den unbekannteren Weltkriegshelden in mehreren, kürzeren Vignetten Respekt zu zollen.

EA und DICE legen dabei großen Wert auf Authentizität – so sind zum Beispiel alle Cut-Scenes in den jeweiligen Originalsprachen aufgenommen worden. Wir zeigen dir, was dich in den einzelnen Kriegsgeschichten erwartet und ordnen sie mit interessanten Details in den historischen Kontext ein.

Nordlys

WIDERSTAND IST NIEMALS ZWECKLOS

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„Nordlys“ erzählt die Geschichte der jungen Widerstandskämpferin Solveig, die in den verschneiten Wäldern Norwegens ihre Mutter aus den Händen der deutschen Besatzungstruppen befreit – und dabei einem potenziell kriegsentscheidenden Waffenprogramm auf die Spur kommt.

Mit Norwegen hat sich EA einen der interessantesten Schauplätze des Zweiten Weltkriegs ausgesucht. Nicht etwa, weil dort bedeutende Schlachten stattfanden, sondern weil das Land ein beeindruckendes Beispiel dafür ist, wie effektiv ziviler und militärischer Widerstand gegen die Nazi-Besatzung war.

Denn nach dem Überfall der Wehrmacht auf Norwegen am 9. April 1940, dem sogenannten „Unternehmen Weserübung“, begann sich die Zivilbevölkerung sofort gegen die politische Gleichschaltung zu wehren. Das Land besaß wegen seiner Eisenerzvorkommen, dem Zugang zum Atlantik und der hervorragenden Lage für die geplante Invasion der Sowjetunion eine hohe strategische Bedeutung für das Dritte Reich. Doch bestärkt durch die Appelle des ins britische Exil geflüchteten König Hakons VII verschrieben sich große Teile der Bevölkerung dem waffenlosen „Holdningskamp“ (Haltungskampf) und machten der Besatzungsmacht fortan das Leben so schwer, wie es nur ging.

Vor dem Hintergrund der immer repressiveren Besatzungspolitik der Marionettenregierung um Vidkun Quisling formierte sich daraufhin mit der sogenannten „Milorg“ auch die erste Militärische Widerstandsorganisation: Rund 30.000 Mitglieder verschanzten sich über das gesamte Land verteilt in Hütten und wurden dort mit logistischer Hilfe der Engländer zum Guerilla-Kampf ausgebildet.

Das Ziel der „Gutta på Skauen“ („Waldjungen“): durch Sabotage, Anschläge und Attentate eine permanente Bedrohungssituation gegen die Nazis aufrechtzuerhalten.
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Hätte es diese bewaffnete Form des Widerstands nicht gegeben, sähe die Welt heute anders aus – oder würde womöglich gar nicht mehr existieren. Denn am 28. Februar 1943 gelang den Widerstandskämpfern ihr größter Erfolg: In der Operation „Gunnerside“ sprengten sie die Elektrolyseanlage in Vemork in die Luft, in der das für die Atomwaffenproduktion elementare Deuterium produziert wurde. Ohne dieses auch als „schweres Wasser“ bezeichnete Isotop konnte das Dritte Reich keine Atombombe entwickeln.

Tirailleur

FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT?

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Amerikanische Ureinwohner beteiligten sich am Sturm auf die Normandie. Brasilianische Soldaten kämpften in Italien gegen die Axenmächte und indische Kontingente befreiten Burma von den Japanern. Weltkriege werden nicht nur über den gesamten Globus ausgetragen, sondern sie zwingen Menschen auch, an ihnen gänzlich fremden Orten zu kämpfen.

So auch in der zweiten Kriegsgeschichte von Battlefield V: In „Tirailleur“ schlüpft ihr in die Rolle des Senegalesen Deme, der nach Südfrankreich transportiert wird, um seine Schutzmacht und „Heimat“ vor der Nazi-Invasion zu beschützen.

Erst seit Öffnung der französischen Archive in den 1980er Jahren weiß man, wie viele sogenannte Tirailleurs Sénégalaise aus ganz Französisch-Westafrika nach Europa reisten, um an der Seite der Alliierten zu kämpfen: Von 80 französischen Divisionen, die 1940 an der Westfront kämpften, bestanden insgesamt zehn aus Tirailleuren (zu Deutsch etwa „Jäger“). Zu Kriegsbeginn entsprach das rund 100.000 Mann.

Da sie in der Regel nicht lesen konnten, wurden die Männer in ihren tatsächlichen Heimatländern – Senegal, Elfenbeinküste, Mauretanien, Niger, Guinea und Benin – mit Postern und Comicstrips in den Militärdienst gelockt. Die Kolonialmacht versprach ihnen darin gutes Essen, Uniformen und nicht zuletzt unbeschwertes Sightseeing in Paris, wenn sie für Frankreich kämpfen würden. Was die Anwerber ihnen jedoch verschwiegen: Der Krieg war aufgrund der militärischen Überlegenheit der Deutschen im Prinzip schon von Beginn an verloren.

Und so überlebten große Teile der Tirallieure das Jahr 1940 nicht oder sie verbrachten lange Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft. Diese war für dunkelhäutige Insassen eine besondere Tortur. Ihnen setzte nicht nur das ungewohnte kalte Klima in Nordostfrankreich zu, sondern vor allem die rassistische Vorurteile der Wehrmachtssoldaten. Schwarze Soldaten galten in deutschen Augen als besonders brutal und gnadenlos – ein Vorurteil, das sogar von den Franzosen instrumentalisiert wurde, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Hitler hatte die Besetzung des Rheinlandes durch französisch-afrikanische Soldaten nach dem ersten Weltkrieg als „schwarze Schande“ bezeichnet – und viele deutsche Aufseher „rächten“ sich dafür mit Folter und Misshandlung.

Und auch gegen Ende des Krieges blieb den Tirailleuren ihre Anerkennung verwehrt: Obwohl sie 200.000 Mann der freien französischen Armee stellten, die 1944 Paris zurückeroberte, veranlasste Charles de Gaulle, dass ihr Beitrag zeitweise aus den Geschichtsbüchern gelöscht wurde. Der künftige Präsident verordnete, dass ausschließliche weiße Soldaten an den Siegesparaden teilnehmen durften.

Währenddessen warteten zehntausende Tirailleure in Übergangslagern auf die Rückreise in ihre Heimat und ihren ausstehenden Sold.
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In den Lagern, wie etwa in Thiaroye oder Morlaix, kam es sogar zu Revolten, die blutig niedergeschlagen wurden. Eine positive Wirkung hatte der Konflikt um Anerkennung doch: Afrikanische Weltkriegsveteranen trugen mit ihrem Aktivismus unter dem Motto „gleiche Verdienste = gleiche Rechte“ in den Nachkriegsjahren entscheidend zur Entkolonialisierung ihrer Länder bei.

Unter keiner Flagge

SPEZIALISTEN AM RUDER

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Battlefield V widmet sich in einer weiteren Kriegsgeschichte einer geheimen Spezialeinheit, deren Existenz erst viele Jahre nach dem Krieg enthüllt wurde: dem britischen Special Boat Service (SBS). In „Unter keiner Flagge“ spielt ihr Billy Bridger, einen Glücksritter, der aus einem Londoner Gefängnis geholt wird, um die neu geschaffene Einheit beim Angriff auf einen Flugplatz der Achenmächte in Nordafrika zu unterstützen.

Der SBS wurde aus der Not heraus geboren: Nachdem Deutschland seinen „Blitzkrieg“ begonnen und gemeinsam mit Italien große Teile von Westeuropa und Nordafrika kontrollierte, sah sich Englands Premierminister Winston Churchill zum Handeln gezwungen. Als eine endgültige militärische Niederlage nur durch die Evakuierung von zehntausenden britischen Soldaten aus Dünkirchen abgewendet werden konnte, veranlasste er einen radikalen Strategiewechsel.

Statt direkter Konfrontation, sollten fortan kleine Geheimkommandos das Feindesland infiltrieren und mit gezielten Sabotageaktionen möglichst großen Schaden anrichten. Der Schlüssel dieser Strategie bestand darin, die Häfen, Schienen und Flugplätze entlang der französischen, italienischen und afrikanischen Küsten zu attackieren, da diese als Umschlagplätze wichtige Knotenpunkte für die Achsenmächte darstellten.

Als Reaktion wurde der SBS gegründet, deren Mitglieder in den folgenden Jahren immer nach demselben Muster operierten: Britische U-Boote hielten per Periskop nach deutschen oder italienischen Stellungen an der Küste Ausschau. Wurden sie fündig, tauchte das U-Boot auf und zwei bis drei Mann-Teams paddelten im Schutz der Dunkelheit in ausklappbaren Kanus ans Ufer. Nachdem die Boote versteckt waren, schlichen sich Soldaten heimlich in die Nähe des Feindes und platzierten bis zu 12 Kilogramm schwere Sprengsätze an Schienen, Schiffen oder Flugzeugen. Wenn alles gut ging, paddelten sie anschließend wieder in Richtung U-Boot und detonierten die Sprengung per Fernzünder. „Not by strength, by guile“ (List anstatt Stärke) lautet bis heute das Motto des SBS.

Solche riskanten Manöver zogen eine besonderen Menschenschlag und Soldatentyp an: Einzelgänger, die von befehlstreuen Kameraden misstrauisch beäugt wurden, Exzentriker, die nicht bereit waren, sich der Gruppendisziplin zu unterwerfen und tollkühne Patrioten, die sich freiwillig dafür meldeten, mit einer Sprengladung hinter die feindlichen Linien zu paddeln. Die Mitglieder des SBS waren damit die Antithese zum Rest der Army – doch genau das war genau der Grund, warum die Spezialeinheit ins Leben gerufen wurde.

Nicht alle der extrem gefährlichen Missionen waren jedoch von Erfolg gekrönt. Am 17. November 1941 beteiligte sich der SBS gemeinsam mit seinem „großen Bruder“ dem SAS (Special Air Service) an der Operation „Crusader“, mit der die Alliierten die deutsche Belagerung der libyschen Stadt Tobruk durchbrechen wollten. Die Männer von SBS und SAS bekamen dabei selbstverständlich die schwerste Aufgabe zugeteilt: Sie sollten die Villa des deutschen Afrikakorps-Führers Erwin Rommel infiltrieren und den „Wüstenfuchs“ töten.

Doch aufgrund eines unvorhersehbaren Wetterumschwungs, einer deutlichen höheren Präsenz von Sicherheitsleuten und diversen Pannen geriet das Manöver zum Fiasko: Rommel überlebte und nur 22 von 60 Missionsmitgliedern schafften es zurück in ihre Lager. Erfolgreicher, aber ebenfalls unter hohen Verlusten verlief Operation „Frankton“:

Unter Leitung der Combined-Operations-Abteilung jagten SBS-Mitglieder große Teile der deutschen Flotte im Hafen von Bordeaux in die Luft.
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Obwohl sie durch ihre Sabotagemissionen entscheidenden Anteil am Ausgang des Krieges hatten, mussten die SBS-Mitglieder Jahrzehnte darauf warten, bis ihre Verdienste gewürdigt, bzw. überhaupt zur Kenntnis genommen wurden. Zwischen 1945 und heute war der SBS an allen großen militärischen Konflikten beteiligt – vom Korea- über den Golf- bis hin zum Afghanistan-Krieg. Damals wie heute gilt: Je erfolgreicher die Missionen ablaufen, desto weniger hört man über den Special Boat Service.

Erlebe jetzt die Kriegsgeschichten in Battlefield V gemeinsam mit beliebten YouTubern

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