Mehr als nur Games: Ein Reisebericht aus den Tiefen des VR-Entertainments

ANZEIGE (1. November 2018)

Anfang Oktober habe ich mir nach zwei Jahren reiflicher Überlegung endlich ein PSVR zugelegt. Die erste Woche verbrachte ich ausschließlich damit, Games zu spielen: Firewall Zero Hour, Thumper und natürlich Astro Bot Rescue Mission. Bis ich das gigantische Portfolio an Filmen, Dokus und interaktiven „Experiences“ entdeckte.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag, nach dem mir eher nach passiver Unterhaltung als aktiven Gaming zumute war, erkundete ich einen Abend lang Sonys VR-Entertainment-Sektion – und erlebte dabei die Zukunft der Unterhaltung. 

Nie wieder ins Kino?

Kinobesuche sind für mich in Zeiten steigender Preise und geschwätziger Sitznachbarn immer unattraktiver geworden. Dennoch gibt es Filme, die man einfach auf der großen Leinwand sehen muss. Beamer können dieses Problem lösen, doch in meinem winzigen, dafür überteuerten Ein-Zimmer-Mikro-Loft ist dafür schlichtweg kein Platz.

Freunde hatten mir von PSVRs Cinematic Mode berichtet, von dem ich zunächst fälschlicherweise dachte, er sei nichts weiter als das Äquivalent dazu, sich ganz nah vor den Fernseher zu setzen.

PS VR-Cinematic Mode: Filme gucken, als ob man ungestört im Kino wäre.

Doch als ich die Netflix-App öffnete, wurde ich eines Besseren belehrt:  1985 war ich mit zwei Jahren leider zu jung, um „Das Phantom-Kommando” auf der großen Leinwand zu sehen. Dank des Cinematic-Modes konnte ich das aber nun nachholen und den Arnie-Klassiker quasi „im Kino“ genießen – ganz ohne mich über unverschämte Popcorn-Preise und klingelnde Smartphones zu ärgern. Ob ich danach jemals wieder Filme auf meinem Laptop gucke?

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Unendliche Weiten: VR-Content ohne Ende

Als nächstes wollte ich die anderen Video-Apps auf ihre VR-Kompabilität testen. Es ist mittlerweile ein Klischee, von der VR-Brille als einem Tool zu sprechen, das dich in andere Welten entführt. Doch nach der Installation der YouTube- und vor allem Littlstar-App auf meiner PlayStation musste ich feststellen, dass an dieser vermeintlichen Phrase definitiv etwas dran ist.

Die YouTube-Anwendung für die PlayStation wartet mit einem hunderte Filme, Musikvideos und Dokumentationen umfassenden VR-Katalog auf.  Noch beeindruckender ist der qualitativ noch ein Tick höher anzusiedelnde Content von Littlstar, einem aufstrebenden Medienunternehmen, das sich auf die Produktion von VR- und 360-Grad-Content spezialisiert hat – und dessen kostenloses Angebot allein den Preis der PSVR wert ist.

Auf meiner virtuellen Entdeckungsreise tourte ich mit Barack und Michelle Obama durch das Weiße Haus, wurde Zeuge einer Militärparade in Nordkorea und starrte mit offenem Mund aus dem Fenster einer NASA-Raumsonde.

Mein VR-Session wartete nicht nur mit spektakulären Naturaufnahmen auf, sondern auch mit bester Unterhaltung: Ich ließ mich in einem „Funny or Die“-Video von zwei trotteligen Cops verhören, wurde im „The Meg“-Special von einem Riesenhai angegriffen und saß bei der Aufzeichnung der Late Night Show von Conan O’Brien in der ersten Reihe.

Es steht auf YouTube und Littlstar so viel kostenloser Content zu Verfügung, dass ich bisher nur einen Bruchteil davon erkunden konnte. Dabei gibt es noch so viele Specials und Dokumentationen, die nur darauf warten, erlebt zu werden.

Für meine nächste Session habe ich mir vorgenommen, einen MMA-Kampf aus der Ringecke zu verfolgen, mich in einem Wingsuit die Alpen herunterzustürzen oder auf paranormale Phänomene spezialisierte YouTuber bei der „Geisterjagd“ zu begleiten.

Erfahrungs-Berichte

Die VR-Königsdisziplin sind aber sog. „Experiences“ – speziell für PSVR produzierte, interaktive Features. Ich begann meinen virtuellen Erfahrungshorizont zu erweitern, indem ich mich selbst zu einer Privataudienz beim britischen Pop-Wunderkind Tom Grennan einlud.

Ich bin zwar kein Fan von Brit-Pop, doch bereits nach zwei Songs hatte ich das Gefühl, die Zukunft gesehen zu haben. Ich bin mir sicher: VR wird einer der Hauptwege sein, wie wir in den kommenden Jahrzehnten Musik konsumieren.

Als nächstes widmete ich mich einer der diversen animierten VR-Features, die den PS Store bevölkern: Allumette, ein von Kritikern gefeiertes 360-Grad-Kinderbuch, das die gleichnamige Geschichte von Tomi Ungerer inszeniert. Ich war dabei zwar nur stiller Beobachter, doch konnte ich die herzzerreißende Geschichte einer über den Wolken lebenden Familie aus beliebigen Blickwinkeln staunend verfolgen.

Handfester wurde es, als ich die Everest Experience begann. VR macht immer dann Sinn, wenn sie uns in Phantasiewelten entführt oder uns reale Plätze zeigt, die die wenigsten Menschen jemals besuchen werden. Wie etwa den höchsten Berg der Welt. Basierend auf Originalaufnahmen machte ich mich als Teil einer Alpinistengruppe vom Base Camp auf zur Spitze des Achttausender – und musste beim Überqueren von Felsspalten tatsächlich akute Höhenangst überwinden.

Am Ende fühlte sich die Gipfelbesteigung wie ein kleiner Triumph an. Es war der krönende Abschluss für meinen Ausflug in die Welt des VR-Entertainments. Ich kann es kaum erwarten, zurückzukehren.

Über den Autor: Till ist 36, lebt in Berlin – und konsumiert Videospiele, seit er einen Joystick (so hieß das damals!) halten kann. Mehr noch als Gameplay und Grafik interessieren ihn dabei das Storytelling und die kulturellen Komponenten, mit denen Games inzwischen aufwarten. Und weil diese in der virtuellen Realität noch eminenter sein dürften, ist VR für Till ein besonderes Fokus-Thema.

ALLES ZU PLAYSTATION VR

Hardware-Reihe: Sony PlayStation
Release: 13.10.2016
Hersteller: SCE
Genres: VR-Brille

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